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Gedenkfeier an die Opfer des Faschismus anlässlich des 80. Jahrestag der Machtübergabe an Hitler

Am 30. Januar 2013 jährt sich zum achtzigsten Mal ein Datum, das für den Beginn einer der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte steht. Von diesem Tag aus nahm eine Entwicklung ihren Lauf, die zu vielen Millionen Kriegsopfern und zum Völkermord an Juden, Sinti und Roma, anderen Minderheiten und zur Vernichtung hunderttausender Gegner des Hitlerfaschismus führte. Mit der NSDAP kam eine Partei an die Macht, die die erste bürgerlich-parlamentarische Demokratie in Deutschland - die Weimarer Republik - beseitigte.

Diese Republik, Ergebnis der Revolution 1918/19, erkämpft von den Arbeitern und Soldaten, die das Ende des Völkermordens des ersten Weltkrieges anstrebten und den Sozialismus wollten, blieb nur ein Teilerfolg. Auch in Bayern haben historische demokratische Errungenschaften aus dieser Zeit dieser Entwicklung nicht Einhalt gebieten können.

Gleichwohl führte der Weg der Weimarer Republik nicht alternativlos zum Faschismus. Besonders in ihren frühen Jahren gab es Chancen einer demokratischen Entwicklung. Die Weimarer Verfassung bot dafür den rechtlichen Boden. Mit der USPD als der weltgrößten linkssozialistischen Partei, aus deren Mitte der erste Bayrische Ministerpräsident kam, und der KPD (Spartakusbund) agierten starke linke Kräfte.
Es ist zu konstatieren, dass im gesellschaftlichen Klima in Deutschland rechtskonservative Ideologie und Brauchtum dominant blieben. Auf diesem Boden konnte die NSDAP gedeihen. Die heranreifende Weltwirtschaftskrise bot ihr den idealen Rahmen für ihre demagogische Politik

Es gehört zu den verbreiteten Überzeugungen, dass die Aktionseinheit der Arbeiterbewegung den Faschismus hätte verhindern können. Es bleibt die Tatsache, dass die KPD eine fehlgeleitete Strategie verfolgte, ihr Kampf an falschen Fronten schmälten die Schlagkraft und die Glaubwürdigkeit der Hitlergegner. Gegen linke Kräfte in der eigenen Partei und wichtige Gruppierungen wie der SAP oder der KPD(O) gab die rechte Führung der SPD, geblendet durch ihren Antikommunismus, wichtige Errungenschaften der Weimarer Demokratie preis.

So entstand ein Zustand der Selbstblockade und der Lähmung, in dem der Hitlerfaschismus durch einige Kräfte des Großkapitals ohne nennenswerten Widerstand an die Macht geschoben werden konnte.

Ein breitestes antifaschistisches Bündnis ist heute unerlässliche Bedingung für den Kampf gegen Rechtsextremismus und Faschismus.

Gegenwärtige Krisenprozesse verweisen auf mögliche Gefahren rascher Entfaltung rechtsextremen Potentials. Die zehnjährige Mordserie der NSU-Zelle und die Unfähigkeit der staatlichen Organe, diese Gefahr zu erkennen und angemessen zu bekämpfen, müssen Antifaschisten und alle Demokraten alarmieren.

Wir unterstützen deshalb Bestrebungen zur Bildung eines antifaschistischen Bündnisses in unserer Region und der antifaschistischen Veranstaltungen.